Karl Rothmund - DM 2009, Gifhorn

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Grußwort zur 4. Deutschen Meisterschaft im Straßenfußball 2009

 

Karl Rothmund

„Der Ball ist rund“ oder „Der nächste Gegner ist immer der schwerste“ – Sie alle kennen die Aussagen von Sepp Herberger, die neben ihrem direkten Bezug zum Fußball inzwischen den Status von allgemeinen Lebensweisheiten erlangt haben. Eher weniger bekannt ist, dass sich Herberger Zeit seines Lebens für die Sozialschwächeren einsetzte. „Wer oben ist, der darf die unten nicht vergessen“, lautete seine Philosophie abseits jeder Fußballweisheit.

Ihren Niederschlag findet sie in den Aktivitäten der 1977 gegründeten Sepp-Herberger-Stiftung, deren Vorsitz ich 2007 übernommen habe. Nachhaltiger als viele seiner Weggefährten hat Herberger die einzigartige Kraft des Fußballs erkannt. Denn keine andere Sportart hat eine vergleichbare Ausstrahlung bis in die hintersten Winkel einer Gesellschaft. Eine bessere Möglichkeit als den Fußball, um gesellschaftliche Ausgrenzung zu überwinden, gibt es deshalb kaum. „Wer oben ist, der darf die unten nicht vergessen.“

Ganz im Sinne der Herbergschen Philosophie wurde mit der ersten Austragung des „Homeless Word Cup“, der Weltmeisterschaft der Wohnungslosen, ein Meilenstein zur weltweiten Nutzung der lebensverändernden Kraft des Fußballs gesetzt. Denn wer auf der Straße lebt, der ist unten. Ganz unten sogar. Der beeindruckende Erfolg des „Homeless World Cup“ hat seinen Niederschlag inzwischen auch hier zu Lande gefunden.

In Gifhorn erleben wir in diesem Jahr bereits die vierte Auflage der Deutschen Meisterschaft im Straßenfußball der Wohnungslosen. Zum zweiten Mal ist Niedersachsen dabei der Gastgeber. Dafür gebührt den Organisatoren Dank und Anerkennung. Ich bin mir sicher, dass dieses Turnier und nicht zuletzt die dafür nötige Vorbe- reitung den Teilnehmern eine neue Motivation in ihrem Leben geben wird. Deshalb hat das Stiftungswesen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gerne eine Spende über 2.500 Euro für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt. In diesem Falle jene Stiftung, die den Namen des DFB-Ehrenpräsidenten Egidius Braun trägt, dessen Denken und Handeln stets von einer Maxime bestimmt war: „Fußball ist mehr als ein 1:0.“

Ich wünsche allen Spielern die Erfüllung ihrer Ziele – im Turnier, vor allem aber in ihrem Leben.

Karl Rothmund
Präsident des NIEDERSÄCHSISCHEN FUSSBALLVERBANDES