Martin Kind - DM 2008, Hannover

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Grußwort anlässlich der 3. Deutschen Meisterschaft in Hannover 2008

 

 

Martin Kind

Sehr geehrte Fußballanhänger,


mit der „3. Deutschen Meisterschaft im Straßenfußball 2008“ findet ein außergewöhnliches
Fußballereignis in Hannover statt. Die Teilnehmer dieses Tur- niers sind nicht die berühmten
Stars von Hannover 96, die in der Bundesliga spielen, sie stehen gesellschaftlich leider im
Abseits: es sind wohnungslose und suchtkranke Menschen. Die Spiele auf dem Kleinfeldplatz
mitten in Hannover setzen daher auf die motivierende und anspornende Kraft des Fußballs,
gerade für die Protagonisten. Fußball integriert und verbindet Menschen: Fußball lehrt soziales
Verhalten und Teamfähigkeit, es fördert ein Zusammengehörigkeitsgefühl, setzt bestimmte
Regeln voraus, an die man sich halten muss. Es werden, neben dem regelmäßigen Training,
ein gewisser Ehrgeiz und ein besonderes Pflichtbewusstsein vorausgesetzt, um erfolgreich zu
sein und um als Team gemeinsam etwas zu erreichen. Dies sind sicher Fähigkeiten, die es den
Menschen leichter machen könnten, wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Und wie
zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit belegen, nehmen die Spieler die Motivation aus
dem Turnier mit und versuchen für sich eine neue Chance im Leben zu finden. Die Teilnehmer
können aber auch gleichzeitig bei diesem Turnier Vorbilder für andere Menschen, die am Rande
der Gesellschaft stehen, werden und so ihren Beitrag zur Reintegration leisten. Diese
Fußballmeisterschaft ist aber nicht nur für die Aktiven eine Chance. Die Meisterschaft rückt die
Probleme Armut und Obdachlosigkeit erneut ins öffentliche und mediale Rampenlicht und kann
damit für neue Impulse in der Öffentlichkeit sorgen. Ich hoffe daher, dass dieses Fußball-Event,
das die Jugendwerksiedlung der ev.-luth. Landeskirche Hannovers ausrichtet - deren Team im
letzten Jahr Deutscher Meister und 2006 Vizemeister wurde - mit dazu beitragen wird, dass in
der Öffentlichkeit den Themen Wohnungslosigkeit und Armut zukünftig etwas vorurteilsfreier
begegnet wird.
Ich wünsche allen Teams, den Zuschauern und den Organisatoren etwas von dem viel gelobten
Hannoverschen Sommermärchen bei der WM 2006 – schönes Wetter, begeisterungsfähiges
Publikum, faire Spiele und viel Freude am gemeinsamen Dialog rund um den Fußball.

Ihr
Martin Kind
Vereinsvorsitzender und Geschäftsführer Hannover 96